Ausstellung

From zfuf

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde auch der Literaturbetrieb gleichgeschaltet. Unliebsame Schriften wurden verboten und verbrannt, ihre Autor:innen verfolgt, vertrieben und ermordet. Doch nicht überall, wo Bücher brannten, blieb es still. Diese Ausstellung erzählt von Menschen, die sich widersetzen. Sie fragt: Wie konnte Widerstand gegen die Bücherverbrennungen und die nationalsozialistische Literaturpolitik aussehen? Wer setzte sich ein, und warum? Widerstand verstehen wir hier als aktive kritische Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Unrecht, und die daraus resultierenden Handlungen.

Die weite Auslegung dieses Begriffes macht sichtbar, dass nicht nur Schriftsteller:innen handelten, sondern auch Bibliothekar:innen, Buchhändler:innen, Lehrer:innen, Studierende, Nachbar:innen und Freundeskreise.

Im Zentrum dieser Ausstellung stehen die Orte, an denen Widerstandshandlungen stattfanden: In Volksbibliotheken und an Universitäten, in Verlagen und Redaktionen, in Buchhandlungen und Leihbibliotheken. Widerstand entstand in Privatwohnungen und Hinterzimmern, im öffentlichen Raum und im Untergrund, in der Nachbarschaft und im Exil, sogar in Gefängnissen und Konzentrationslagern.

Doch Orte sind mehr als ihre physische Gestalt: So ist eine Buchhandlung nicht nur ein Geschäft, sondern kann auch ein sozialer Raum sein, in dem sich durch Gespräche Vertrauen und politische Haltungen herausbilden. Eine Bibliothek ist nicht nur ein Raum voller Bücher, sie ist ein Sozialisationsraum, in dem Begegnungen und Meinungsaustausch stattfinden, ein Raum der Zugang zu Wissen bereitstellt und damit das eigene Leben verändern kann.

Damit solche Räume entstehen, braucht es mehr als den physischen Ort. Es braucht Menschen, die ihn öffnen, verlässlich halten und bespielen, gemeinsam herausgebildete Codes und manchmal Mut. Erst diese Bedingungen verwandeln einen Ort in einen Raum, in dem sich etwas formen kann, auch Widerstand.

Natürlich erhebt diese Ausstellung keinen Anspruch den Widerstand gegen die nationalsozialistische Literaturpolitik in seiner Gänze darzustellen, vielmehr wollen wir seine Breite und Unterschiedlichkeit aufzeigen. Auf die historischen Tafeln folgen vier Cluster von Widerstandshandlungen: tätlicher Widerstand, Kritik, Verweigerung sowie Rettung. Die beispielhaften Widerstandshandlungen haben wir mit einer Zuordnung von Orten versehen. Diese Orte und Räume sind nicht nur Kulissen historischer Ereignisse. Sie sind selbst Teil unserer Demokratiegeschichte. Wer sie kennt, versteht besser, wo demokratisches Handeln auch heute beginnen kann. Daran anschließend stehen Erinnerung, Beteiligung und Widerstand heute im Mittelpunkt. Denn auch heute stehen Meinungs- und Pressefreiheit erneut unter Druck und autoritäre Bewegungen gewinnen an Einfluss. Die Fragen, die 1933 bereits gestellt wurden, sind heute wieder aktuell.

Die Ausstellung regt an, Orte und Räume in der heutigen Gesellschaft zu schaffen die, im Falle einer autoritären Verdichtung, zu Orten und Räumen des Widerstandes werden können. Sie lädt deshalb ein, nicht nur zurückzuschauen, sondern sich heute zu Fragen: „Was hätte ich getan?“ und „Was kann ich heute tun?”

Modulare Ausstellung bestehend wahlweise aus:

  • 7-12 Aufstellern (beidseitig zu betrachten) ca. BTH: 40cm x 100cm x 190cm
  • 14 - 24 Hänger für Wand oder Galerieschiene Format ca. 90x190cm.
  • 12 – 21 Bauzaunbanner Outdoor

Kosten bei Durchführung im Jahr 2026: 500€ Hier sind inbegriffen 1-2 Workshops mit Jugendlichen oder Erwachsenen zum Themenkomplex der Ausstellung.

Kosten bei der Durchführung ab 2027: 600€ bis 800€ Leihgebühr je nach Variante. Workshopkosten kommen extra hinzu.