Alfred Kantorowicz
Alfred Kantorowicz (12. August 1899), geboren in Berlin als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, studierte Jura und Germanistik, promovierte 1924 und wurde Theaterkritiker und Redakteur, zuletzt an der Vossischen Zeitung. Er engagierte sich publizistisch gegen den aufkommenden Nationalsozialismus, trat 1931 in die KPD ein und flüchtete 1933 nach Frankreich.
Im Pariser Exil trieb er den organisierten Widerstand voran: Am 10. Mai 1934, dem ersten Jahrestag der Bücherverbrennung, gründete er die Deutsche Freiheitsbibliothek, die verbotene und verbrannte Werke sammelte und bereits am Eröffnungstag über 11.000 Bände zählte. Von Dezember 1936 bis April 1938 kämpfte er als Offizier der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg, wo er verwundet wurde. Nach der Internierung in Frankreich gelang ihm 1941 die Flucht in die USA.
1946 kehrte er nach Deutschland zurück. Er wurde Professor für Neue Deutsche Literatur an der Humboldt-Universität Berlin und leitete das Heinrich-Mann-Archiv. Als er sich 1956 weigerte, eine Resolution gegen den ungarischen Aufstand zu unterzeichnen, drohte ihm die Verhaftung. Am 20. August 1957 überschritt er die Sektorengrenze als politischer Flüchtling. Er starb am 27. März 1979 in Hamburg.
