Eine Bibliothekarin protestiert gegen ihre Entlassung

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Die Berliner Bibliothekarin Hertha Block nahm nach der Machtübernahme weiterhin an Treffen des nun illegalen Bundes proletarischer Schriftsteller teil. Am 28. Juni 1933 wurde sie deswegen verhaftet und bis Ende August 1933 im Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert. Gegen ihre Entlassung als Bibliothekarin in der Volksbücherei Wilmersdorf protestierte Hertha Block in einem Brief an den Berliner Stadtkommissar Julius Lippert (NSDAP) und bat vergeblich um Wiedereinstellung. 1936 wurde sie erneut wegen politischer Aktivitäten verhaftet und im Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert. Dort arbeitete Block als Häftlingsbibliothekarin In ihrem ersten Brief aus der Barnimstraße schrieb sie an ihren Vater: „Hier gibt es auch eine Gefängnisbibliothek. Die Schmöker, die ich von dort bekommen habe, hätten wir in Wilmersdorf allerdings nicht angeschafft.“ Die abfällige Bemerkung über die Qualität der Gefängnisbibliothek brachte Hertha Block vier Wochen Schreibverbot ein. Sie konnte ihrem Vater nicht einmal mitteilen, in welchem Gefängnis sie saß. „Die Oberlehrerin gab sich wenig Mühe mit der Buchausgabe an die Gefangenen. Sie erfolgte einfach alphabetisch nach dem Katalog. Nach den Bestimmungen des Strafvollzugs hatten die Häftlinge aber eigentlich das Recht, sich Bücher auszusuchen“, erinnert sich Hertha Block. Sie informierte die politischen Häftlinge per Kassiber von dieser Möglichkeit. Einige Gefangene forderten daraufhin den Bibliothekskatalog an, der dann auch herausgegeben wurde.

Bibliothek Gefängnis-Lager

Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
28. Juni 1933 +  und 1936 +