Elfriede Brüning
Elfriede Brüning wurde am 8. November 1910 in Berlin geboren und stammte aus einer politischen Arbeiterfamilie. Nach dem Besuch der Oberschule arbeitete sie zunächst als Büroangestellte und Sekretärin in Berlin. Nebenbei schrieb sie erste feuilletonistische Artikel für verschiedene Berliner Zeitungen, darunter dem Berliner Tageblatt, der Vossischen Zeitung und dem Berliner Börsen-Courier. 1930/31 trat sie wie ihre Eltern der KPD bei, 1932 dem Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller (BPRS). Ab 1932 arbeitete sie als freischaffende Autorin und Schriftstellerin. Die Machtübernahme verhinderte das Erscheinen ihres ersten sozialkritischen Romans „Handwerk hat goldenen Boden“ (der erschien erst 1970 unter dem Titel „Kleine Leute“). 1934 erschien aber der Roman „Und außerdem ist Sommer“, in dem sie versteckt auch über illegale Handlungen in der frühen NS-Zeit schrieb. In ihrer Autobiografie „Und außerdem war es mein Leben“ beschrieb Brüning, wie sich viele Mitglieder des BPRS bei der Bücherverbrennung im Mai 1933 in Berlin am Bebelplatz wiedertrafen und ausgerechnet das Ereignis entscheidend war für den folgenden Widerstand. Unter dem Pseudonym Elke Klent schrieb Brüning Artikel für die Neuen Deutschen Blätter, einer deutschen Exilzeitung in Prag und wirkte als Kurierin des BPRS zwischen Berlin und Prag. Zu der Zeit war sie mit Jan Petersen liiert. Im Hinterzimmer der Ladenwohnung ihrer Eltern tagte das Zentralkomitee der seit dem 20. Februar 1933 verbotenen KPD um Ernst Thälmann.
1935 wurden viele Mitglieder des seit 1933 verbotenen BPRS verhaftet, darunter auch Elfriede Brüning. Bis zum Prozess 1937 wurde sie im Frauengefängnis Barnimstraße inhaftiert. Während der Haft schrieb sie den Roman „Junges Herz muß wandern“, der 1936 erschien. Im Prozess gegen den BPRS wurde Brüning freigesprochen. Nach ihrer Entlassung heiratete sie den Schriftsteller und Verleger Joachim Barckhausen, die Ehe wurde 1948 geschieden. Sie arbeitete als Gutachterin für eine Filmfirma und lebte während des Zweiten Weltkrieges auf dem Gut ihrer Schwiegermutter bei Magdeburg. 1946 kehrte Brüning nach Berlin zurück und trat wieder in die KPD/SED ein. Bis 1950 arbeitete sie für DDR-Zeitungen, danach als freie Autorin in Ost-Berlin. In ihren Büchern setzte sie sich mit Frauenbiografien aus der Arbeiter:innenbewegung auseinander. Als eine der ersten schrieb sie historische Romane über Widerstandskämpferinnen. Ein Teil ihrer Werke konnte in der DDR nicht erscheinen, bzw. nur zensiert. Auch nach der Wende schrieb und veröffentlichte sie noch und nahm an Gedenkveranstaltungen teil. Mit 103 Jahren starb sie am 5. August 2014 in Berlin – als letztes lebendes Mitglied des BPRS.
