Elli Fuchs

From zfuf

Elli Fuchs wurde am 19. Oktober 1912 in Neukölln geboren. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Sie besuchte die Volksschule und absolvierte später eine kaufmännische Ausbildung. Elli war schon früh politisch aktiv und engagierte sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) in Neukölln. Seit Mitte der 1920er Jahre arbeitete sie in der Neuköllner Stadtbücherei unter der Leiterin Helen Nathan, zunächst als Hilfsbibliothekarin im Außenmagazin. Nach der Machtübernahme wurde Elli Fuchs als politisch unzuverlässig entlassen und ihre Wohnung mehrfach durchsucht. Um politische und verbotene Literatur zu bewahren und weitergeben zu können, eröffnete sie 1934 zusammen mit ihrem künftigen Ehemann Erich Ziegler eine Leihbibliothek in Neukölln, in deren Keller sie auch zusammen mit anderen illegale Flugschriften herstellten. Unter dem Ladentisch wurden illegale Literatur und Flugblätter weitergegeben.

1939 verbreitete ihr Kreis das Flugblatt „Ich rufe die Jugend der Welt“, in dem sie das Ende des Kriegs und der NS-Herrschaft forderten. Es endete mit dem Aufruf an die

„Berliner Jugend, wehre dich und empöre dich! Setze den Kriegstreibern überall schärfsten Widerstand entgegen! Berliner Mädels! Auf euch kommt es an. Weigert euch, Munition herzustellen. Je schneller ihr handelt, desto kürzer ist der Krieg.“

Im Oktober 1939 wurde bei Heinz Kapelle, einem Freund und Mitstreiter von Elli Fuchs und ihrem Mann, das Flugblatt und ein Buch mit dem Stempel „Leihbücherei Elli Fuchs“ gefunden. Daraufhin wurde auch sie in ihrer Leihbibliothek verhaftet, bei ihr fand sich auch illegales Material. Im Prozess gegen die Gruppe wurde Elli Fuchs zu drei Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt, die sie im Frauenzuchthaus Cottbus verbringen musste. Nach Ablauf der Haftzeit 1943 wurde sie nicht entlassen, sondern ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück überstellt und blieb dort bis zur Befreiung Ende April 1945. Sie musste Zwangsarbeit in der KZ-Weberei leisten und hatte Kontakte zu anderen politischen Häftlingen wie Sophie Sieg. Die KZ-Wärterinnen beschrieb sie nach 1945 als äußerst gewaltvoll. Nach der Befreiung kehrte sie nach Neukölln zurück und arbeitete bis vermutlich 1954 wieder in der Neuköllner Stadtbibliothek. Anschließend eröffnete sie eine Leihbücherei.


Loading map...