Gertrud Klühs

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Gertrud Klühs wurde am 28. Oktober 1893 in Magdeburg geboren. Sie stammte aus einer sozialdemokratischen Familie und begann schon früh, sich politisch zu engagieren. 1908, nachdem Frauen auch offiziell politisch aktiv werden durften, trat sie in die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ), war hier Jugendleiterin. Mit 18 Jahren trat sie der SPD bei. Ab 1913 arbeitete sie als Bibliothekarin in der Arbeiter Zentralbibliothek in Magdeburg, deren Leitung sie im Ersten Weltkrieg übernahm. 1918 heiratete sie den Redakteur der Magdeburger Volksstimme Franz Klühs. Weil Franz Klühs beim Berliner Vorwärts anfing, zogen beide gemeinsam nach Berlin-Tempelhof. Hier engagierte sich Gertrud Klühs in der Bezirkspolitik und wurde 1924 in die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Tempelhof gewählt und war aktiv in der Arbeiterwohlfahrt (AWO) – und erzog „nebenbei“ vier Kinder. Nach der Machtübernahme verloren die Klühs ihre hauptamtlichen und ehrenamtlichen Funktionen. Franz Klühs verlor seine Anstellung bei Vorwärts, weil dieser verboten wurde, und sein Buch über August Bebel wurde in der Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz (heute Bebelplatz) verbrannt, er verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Im Mai 1933 eröffnete Gertrud Klühs in ihrem Wohnhaus die Leihbibliothek Gertrud Klühs – um Geld zu verdienen, aber auch verbotene Literatur zu verstecken. Um das Gehalt aufzustocken, übernahm sie auch Gelegenheitsarbeiten. Sie stand unter ständiger Beobachtung der Gestapo. Dennoch unterstützte sie Angehörige von politischen Häftlingen durch Geldsammlungen. 1936 wurde sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und ihre Bibliothek geschlossen. Sie arbeitete fortan als Kontoristin für ein Unternehmen in Frankfurt am Main, wo sie 1939 verhaftet wurde. Im folgenden Prozess wurde sie freigesprochen, verlor aber ihre Arbeit und musste bis Kriegsende immer wieder ihren Wohnort wechseln. Ihr Mann starb 1938 an den Haftfolgen. Nach Kriegsende wurde sie wieder Mitglied der SPD und der Arbeiterwohlfahrt, engagierte sich politisch als Stadtverordnete von Groß-Berlin und arbeitete als Sozialbetreuerin im Telegraf-Verlagshaus. Getrud Klühs starb am 4. April 1976 in Berlin.

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28. Oktober 1893 +
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4. April 1976 +
1908 +, 1913 +  und Mai 1933 +