Magnus Hirschfeld
Magnus Hirschfeld (14. Mai 1868–1935), geboren in Kolberg, Preußen, als Sohn eines jüdischen Arztes, studierte Medizin und ließ sich als Arzt in Berlin nieder. Sein Lebenswerk galt der Entkriminalisierung und wissenschaftlichen Erforschung der Homosexualität. Am 15. Mai 1897 gründete er gemeinsam mit dem Juristen Eduard Oberg, dem Verleger Max Spohr und dem Schriftsteller Franz Josef von Bülow das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee (WhK), die weltweit erste Organisation, die sich für die Bürgerrechte Homosexueller einsetzte. Ihr zentrales Ziel war die Abschaffung des Paragraphen 175, der gleichgeschlechtliche Handlungen unter Männern unter Strafe stellte.
1919 eröffnete Hirschfeld das Institut für Sexualwissenschaft in Berlin-Tiergarten, das erste seiner Art weltweit. Es war zugleich Forschungseinrichtung, Beratungsstelle und Archiv. Am 6. Mai 1933 plünderten Studenten der Deutschen Studentenschaft das Institut; Teile der Bibliothek und eine Büste Hirschfelds wurden am 10. Mai 1933 bei der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz verbrannt. Hirschfeld befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Exil. Er musste die Verbrennung seiner Bücher in einem Pariser Kino verfolgen. Er starb am 14. Mai 1935, seinem 67. Geburtstag, in Nizza, ohne jemals nach Deutschland zurückgekehrt zu sein.
