Mathilde Jacob

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Mathilde Jacob wurde in Berlin als Tochter des jüdischen Schlachtwarenhändlers Julius Jacob und seiner Frau Emilie Jacob, geb. Bernhard, am 8. März 1873 geboren und hatte sieben jüngere Geschwister. Ab 1907 besaß Mathilde ein Büro für Schreib- und Übersetzungsarbeiten. Viele Sozialdemokrati*innen gehörten zu ihrer Kundschaft, ab 1913 auch Franz Mehring und Rosa Luxemburg. Schnell entwickelte sich ein enges, freundschaftliches Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Frauen. Mathilde Jacob betreute Luxemburg während der Inhaftierung und nahm ihre Katze Mimi bei sich auf. Mehrfach schmuggelte sie Briefe und illegale Schriften zu Rosa ins Zuchthaus und wieder heraus, darunter die Spartakusbriefe und den Juniusbericht. Jacob gehörte zu den Mitgründerinnen der KPD. Nach der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg im Januar 1919 identifizierte Jacob den Leichnam Luxemburgs und verwahrte ihren Nachlass, gegen den Widerspruch von KPD-Mitgliedern, was sich durch beleidigende Äußerungen beim Parteitag 1921 in Jena zeigte. Sie arbeitete in Stuttgart zeitweise als Redakteurin für die Zeitung „Kommunistin“ unter Clara Zetkin und ab 1921 als leitende Redakteurin der Zeitung „Unser Weg“ Ab 1921 arbeitete sie als Sekretärin für Paul Levi, mit dem sie im Folgejahr auch der SPD wieder beitrat und wirkte an seiner Zeitschrift mit. Nach Levis Tod 1930 zog sich Mathilde aus der Politik zurück, hatte aber ab 1933 Kontakte zu sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Widerstandskreisen. Das Anliegen von Levis Angehörigen, 1931 in die USA zu gehen, lehnte Jacob ab. Mathilde Jacob litt unter der gesellschaftlichen und rechtlichen Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden. Nur mit einer kleinen Rente und gelegentlichen Schreibarbeiten konnte sie sich über Wasser halten. Eine Emigration lehnte sie zunächst ab, da sie den Luxemburg-Nachlass in Sicherheit wissen wollte. 1939 gelang es ihr, einen wichtigen Teil des Nachlasses von Rosa Luxemburg in die USA bringen zu lassen. Ein paar Dokumente übermittelte sie per Post an Paul Fröhlich im Exil für dessen Luxemburg-Biografie. Den Rest bewahrte das Ehepaar Winguth auf. Ebenfalls 1939 versuchte sie zusammen mit ihrem Bruder Walter zu emigrieren – was ihr nicht gelang. Ende Juli 1942 wurde Mathilde mit dem 30. Alterstransport in das Ghettto Theresienstadt deportiert und starb dort am 14. April 1943 mit 70 Jahren. Auch ihre Schwester Margarete erlebte das Kriegsende nicht.

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Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
8. März 1873 +
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14. April 1943 +