Protestbriefe aus dem Exil

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Wenige Tage nach dem Aufruf der Reichsregierung zum Boykott jüdischer Geschäfte schrieb der Schriftsteller und Journalist Armin T. Wegner am 11. April 1933 aus Moskau einen Brief an Adolf Hitler, in dem er öffentlich die Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden anprangerte. Er schliesst den Brief mit dem Aufruf an Hitler: „Wahren sie die Würde des deutschen Volkes!“ und nimmt damit direkten Bezug auf den nationalsozialistischen Sprachgebrauch. Nach seiner Rückkehr aus Moskau wurde Armin T. Wegner im August 1933 verhaftet und im Konzentrationslager Columbia-Haus in Berlin festgehalten. Nach seiner Freilassung im Dezember ging er ins Exil.

Im Mai 1933 verurteilte der französische Schriftsteller Romain Rolland die NS-Bücherverbrennungen in einem offenen Brief in der Kölnischen Zeitung. Im Brief formuliert er seine Liebe zu einem Deutschland, das es so nicht mehr gibt und welches „mit Füßen getreten, mit Blut befleckt und verhöhnt durch seine >nationalen< Regierenden von heute [...]“ ist. Sein Brief löste eine Reihe von Antworten und Bekenntnissen zum nationalsozialistischen Staat aus, die noch 1933 unter dem Titel „Sechs Bekenntnisse zum neuen Deutschland“ erscheinen.

Der sozialistische und pazifistische Schriftsteller Oskar Maria Graf, dessen Bücher zuerst nicht von den Nazis verbrannt wurden, protestierte dagegen entsetzt in einem Artikel, der am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung erschien. Unter dem Titel „Verbrennt mich“ äußerte er sein Entsetzen und seinen Unmut darüber, nicht auf den „Schwarzen Listen“ zu stehen und forderte „Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein, wie eure Schmach.“ Fünf Tage nach Veröffentlichung wurde er ausgebürgert und sein gesamtes Werk verboten.

Der linkssozialistische Politiker und Schriftsteller Ernst Toller warnte bereits frühzeitig vor den Nationalsozialisten und floh kurz nach der Machtübernahme ins Exil. Im Juli 1933 erschien im Braunbuch ein offener Brief Tollers an den NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. In dem Brief nahm er direkten Bezug auf die Bücherverbrennungen und die Kulturpolitik der Nationalsozialisten: „Sie geben vor, die deutsche Kultur zu retten, und Sie zerstören die edelste Arbeit der deutschen Kultur.“ Selbstkritisch und kämpferisch schloss er seinen Brief mit den Worten: „Wir sind nicht schuldlos an unserem Schicksal, wir haben viele Fehler begangen, der größte war unsere Langmut. Wir werden, dank der Lehre, die Sie uns gaben, unsere Fehler überwinden.“ Am 20. Dezember 1933 verfasste er aus Protest gegen das Urteil im Reichstagsbrandprozess einen weiteren offenen Brief, diesmal an das Leipziger Volksgericht.

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Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
11. April 1933 +, Mai 1933 +, 12. Mai 1933 +, Juni 1933 +  und 20. Dezember 1933 +