Zufälle
Ein großer Zufall führte zur Rettung mehrerer Bücher vom Scheiterhaufen 1933 am Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg. Ein Freund der Familie von Martin Lampio arbeitete als Fuhrunternehmer und hatte eine Wagenladung voll mit Büchern im Auftrag der Nationalsozialisten zum Kaiser-Friedrich-Ufer gebracht. Im Anschluss schaute er zum Mittag bei der befreundeten Familie vorbei und erzählte von seinem Auftrag. Als Martin Lampio hörte, dass am „Kaifu“ Bücher lagen, ging er natürlich hin. Nach seinen Erzählungen waren schon einige andere am Haufen zu Gange und hatten sich, genau wie er selbst, trotz der Bewachung durch zwei SA–Männer einige Bücher einstecken können. Er nahm ein Exemplar von Erich Maria Remarques verbotenem Roman „Im Westen nichts Neues“ an sich, sowie ein rotes Gedichtbuch, das ihn seitdem auf vielen beruflichen und privaten Reisen begleitete. Warum ebenjener Gedichtband auf dem Scheiterhaufen landete, ist nicht mehr zu klären. Auf den Schwarzen Listen stand er nicht.
