Die Deutsche Freiheitsbibliothek

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Am 10. Mai 1934, auf den Tag genau ein Jahr nach den großen studentischen Bücherverbrennungen in Deutschland, wurde in Paris die Deutsche Freiheitsbibliothek gegründet. Viele Schriftsteller:innen, die auch an der Erstellung des Braunbuchs über den Reichstagsbrand beteiligt waren, gehörten zu den Initiator:innen. Allen voran der Schriftsteller Alfred Kantorowicz.

Bei ihrer Eröffnung umfasste die Bibliothek einen Bestand von etwa 11.000 Bänden. Das ihr zugehörige „internationale antifaschistische Archiv“ umfasste eine Sammlung von 200.000 Zeitungsausschnitten, Tausenden Flugblättern, illegalen Zeitungen und Zeitschriften, verschlüsselten Mitteilungen, Berichten von Widerstandsgruppen in Deutschland und einer umfangreichen Sammlung an Fotos. Von Beginn an dienten Bibliothek und Archiv nicht nur der Rettung der in Deutschland verbrannten Bücher, sie waren auch die Keimzelle für unterschiedliche Publikationen und Protestaktionen.

Bei der Eröffnung wurde die Ausstellung „Die Lage der deutschen Presse“ gezeigt. Ihr folgte eine Ausstellung über den sogenannten Röhm-Putsch. 1935 leistete die Freiheitsbibliothek einen beachtlichen Beitrag zum „Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur“, indem sie eine Ausstellung über die Bücherverbrennungen in Deutschland und den Rückgang der Literatur im NS-Staat ausrichtete. Auch an der antifaschistischen Anthologie „Deutsch für Deutsche“, die als Tarnschrift im Deutschen Reich verbreitet werden sollte, beteiligte sich die Bibliothek.

1936 stellte die Freiheitsbibliothek einer von Joseph Goebbels in Paris initiierten Buchausstellung die Ausstellung „Das Freie Deutsche Buch“ entgegen. Ebenfalls 1936 erschien als Publikation von Archiv und Bibliothek der Band „Der gelbe Fleck. Die Ausrottung von 500.000 deutschen Juden“.

Aus Anlass der Weltausstellung 1937 in Paris veröffentlichte die Freiheitsbibliothek einen Wegweiser speziell für Besucher:innen aus dem Deutschen Reich, der diese unter anderem in die Bibliothek bringen sollte. Dort erwartete die Besucher:innen eine „Gegenausstellung“ zur nationalsozialistischen Buchausstellung im deutschen Pavillon der Weltausstellung. Einige Mitarbeiter:innen und Nutzer:innen der Bibliothek kämpften auch im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Faschisten.

Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
May 10, 1933 +, 1935 +, 1936 +  and 1937 +