Die Künstlerkolonie am Laubenheimer Platz

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In der Künstlerkolonie Laubenheimer Platz in Berlin-Willmersdorf lebten bis 1933 viele linke Intellektuelle und jüdische Künstler:innen. Die Künstlerkolonie war Ende der 1920er Jahre auf Betreiben des Schutzverbandes Deutscher Schriftsteller und der Bühnengenossenschaft entstanden, um Künstler:innen günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Viele von ihnen mussten ab 1933 fliehen. Am 15. März 1933 fand eine erste große SA-Razzia in der Siedlung statt, bei der Bewohner:innen verhaftet und ihre Bücher verbrannt wurden.

Der Schriftsteller Alexander Stenbock-Fermor entging 1933 der Verhaftung. 1941 fand in seiner Wohnung in der Künstlerkolonie das erste Treffen von Willy Sachse und Josef Römer statt. Daraus entstand die Widerstandsgruppe "Revolutionäre Arbeiter und Soldaten" (RAS), zu der Künstler:innen, aber auch Arbeiter:innen gehörten und die sich bis 1942 mehrfach in verschiedenen Wohnungen am Laubenheimer Platz traf. Sie stellten Flugblätter und illegale Zeitungen wie den "Informationsdienst" her und verbreiteten sie. Aus konspirativen Gründen kannten sich nicht alle Mitglieder der Gruppe.

Im "Informationsdienst" verbreiteten sie politische Informationen, etwa über die militärische Lage im Krieg und die Judenverfolgung, außerdem riefen sie zur Rüstungssabotage und zum aktiven Widerstand auf. Die Flugschriften wurden auch per Post ins Ausland geschickt. Im Spätsommer 1941 organisierte die Gruppe ein großes Treffen von Berliner Antifaschist:innen in Brandenburg nahe Berlin, auf dem die Situation nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion diskutiert wurde. Anfang 1942 wurde die Gruppe von der Gestapo aufgedeckt und verhaftet. Ein großer Teil wurde ermordet.