Josef Römer
Josef Römer, Rufname Beppo, wurde am 17. November 1892 in München geboren. Er stammte aus einer bürgerlich-katholischen Familie aus München. Zunächst entschied er sich für eine Offizierslaufbahn. 1918 wurde er aus dem Militär entlassen und gründete danach eine nationalkonservative Freikorpseinheit. Mit dieser kämpfte er gegen die Novemberrevolutionär:innen und gegen die Münchener Räterepublik. Anfang der 1920er Jahre begann er ein Jurastudium, welches er mit einer Promotion abschloss, und schrieb Artikel für zunächst nationalkonservative Zeitungen. Mitte der 1920er Jahre fand er zur KPD und gab die monatlich erscheinende Zeitschrift „Aufbruch“ heraus die im Auftrag der KPD Leser:innen aus dem nationalkonservativen Spektrum ansprechen sollte. Darüber lernte er die Schriftsteller Ludwig Renn und Alexander Graf Stenbock-Fermor kennen, die wie Römer ebenfalls ehemalige Offiziere war. Über diesen lernte er im Ausbildungslager des Arbeitersportvereins Fichte in Nassenheide/Brandenburg die Geschwister Martha Butte, geb. Riedel und Fritz Riedel kennen. Nach der Machtübernahme wurde Beppo Römer im März 1933 in Berlin verhaftet und bis Ende Mai 1933 im KZ Columbiahaus festgehalten. Nach der „Nacht der langen Messer“ Ende Juni 1934, in der große Teile der SA-Führung um Ernst Röhm ermordet wurde, wurde auch Römer Anfang Juli 1934 festgenommen und bis 1939 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung knüpfte er in Berlin und München wieder Kontakte zu seinen früheren Freund:innen und baute Widerstandsgruppen auf. Römer hatte vielfache Kontakte, über die er militärische Informationen gewinnen konnte, darunter auch zu Nikolas von Halem, welcher ab spätestens 1941 ein Attentat auf Hitler plante. Über Graf Stenbock-Fermor fand er Kontakt zum Schriftsteller und ehemaligen Matrosen Willy Sachse. Mit ihrer Gruppe gaben sie die illegale Schrift „Informationsdient“ heraus. Im Spätsommer 1941, nach dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, initiierte Römer ein größeres antifaschistisches Treffen in Brandenburg. Infolgedessen schloss sich der Kreis um Römer mit dem Kreis um den Berliner Kommunisten Robert Uhrig zusammen. Anfang Februar 1942 wurde ein Großteil dieses Kreises verhaftet, auch Beppo Römer. Er starb am 25. September 1944 im Gefängnis Brandenburg-Görden.
