Die Stadtbibliothek Mainz

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In Mainz stand der Direktor der Stadtbibliothek im Visier des nationalsozialistischen Kampfes gegen progressive Schriftsteller:innen. Alois Ruppel erinnerte sich später: „Meine Enthaltsamkeit in der Stellungnahme zu politischen Parteien hatte jedoch eine Ausnahme, nämlich bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Zu ihr habe ich Stellung genommen, und zwar durch Ablehnung und Bekämpfung.“ Trotz dieser klaren Haltung schaffte es Ruppel, den Krieg zu überdauern. Zwar verlor er 1934 seinen Posten als Direktor der Bibliothek, blieb aber Direktor des nun abgetrennten Gutenberg-Museums. Ruppel schaffte es auf verschiedene Weise Bücher zu retten und sich den Nationalsozialisten entgegenzustellen. Erst 1932, nach einem offenen Brief, der ihn unter anderem für die Anschaffungspolitik der Bibliothek kritisierte, erklärte er sich bereit, auch nationalsozialistische Zeitungen anzuschaffen, sofern ihm diese kostenlos zur Verfügung gestellt würden. 1933 musste er erneut seine Anschaffungspolitik verteidigen: „Die Anschaffung der allermeisten Bücher der Stadtbibliothek, die […] beanstandet werden, liegt mehrere Jahre zurück. Damals beherrschte die Literatur links gerichteter und jüdischer Verfasser den deutschen Buchmarkt“, lautete seine Antwort auf die Kritik. Seine stets vorgetragene Objektivität rettete ihn immer wieder, bis 1934. Er verlor seinen Posten. Am 7. Dezember 1943 wurde er zwangsweise, gegen seinen Protest, wieder zum vorübergehenden Direktor der Bibliothek ernannt. Sein bedeutendster Schritt zur Rettung der verfolgten Bücher war aber sicherlich, dass er die von den Nationalsozialisten verbotenen Bücher aussortierte und in einem Photoraum im Dachgeschoss und in seinem Privathaus aufbewahrte. Bei einem Bombenangriff wurde ein Großteil dieser Bücher am 27. Februar 1945 vernichtet. Die Katalogzettel aber wurden aussortiert und extra gesammelt, „um gerade diese Bücher an erster Stelle wieder anzuschaffen, sobald die Möglichkeit dazu besteht.“ Nach den Bombenangriffen musste die Stadtbibliothek den Publikumsverkehr aufgrund der Schäden einstellen. Zu Beginn des Jahres 1946 wurde er unter der Leitung Ruppels wieder aufgenommen. Fast zeitgleich eröffnete am 13. Januar im Erdgeschoß eine Ausstellung unter dem Titel „Bücher kehren aus der Verbannung zurück“, die rund 500 Bände der durch die Nationalsozialisten verfolgten Literatur zeigte.


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Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
1934 +, 1932 +, 1933 +  und 13. Januar 1946 +