Die rote Kapelle

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Auch die Bibliothekarin Lotte Schleif wählte den Weg in den Widerstand. Bis 1937 arbeitete sie weiter als Bibliothekarin in der Volksbibliothek Berlin-Prenzlauer Berg und nutzte ihre Arbeit zur Tarnung ihres Widerstands. Sie gehörte einer Gruppe des Widerstandsnetzwerks „Rote Kapelle“ an, in der viele Schriftsteller:innen und Journalist:innen, darunter Harro und Libertas Schulze-Boysen, Adam Kuckhoff, John Sieg, Wilhelm Guddorf und Elfriede Brüning, aber auch der ebenfalls 1933 entlassene Berliner Bibliothekar Philipp Schaeffer und die Literaturwissenschaftlerin Mildred Harnack, aktiv waren. Sie schrieben illegale Schriften wie „Die innere Front“, unterstützten Verfolgte und versuchten durch die Verbreitung von Flugblättern und Klebezetteln, die Berliner Bevölkerung über die NS-Verbrechen aufzuklären und damit wachzurütteln sowie Informationen ins Ausland zu bringen.

Greta Kuckhoff, ein weiteres Mitglied, arbeitete als Übersetzerin und übersetzte „Mein Kampf“ von Adolf Hitler ins Englische. Dies nutzte sie, um verbotene marxistische Schriften bei sich zu verstecken. 1942 wurde das Widerstandsnetzwerk aufgedeckt und 50 Personen zum Tode verurteilt. Lotte Schleif wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach Kriegsende leitete sie kurzzeitig die Neuköllner Volksbibliothek, in der auch Elli Fuchs erneut arbeitete. Schleif ging 1947 nach Ost-Berlin und baute das Bibliothekswesen auf. Elli Fuchs eröffnete Anfang der 1950er Jahre erneut eine Leihbibliothek in Neukölln.