John Sieg
John Sieg wurde am 3. Februar 1903 in Detroit als Sohn einer katholischen Arbeiterfamilie geboren, lebte aber nach der Trennung seiner Eltern ab 1912 in Deutschland. Eine Ausbildung zum Lehrer musste er aus finanziellen Gründen abbrechen. Von 1923 bis 1928 lebte er gemeinsam mit seiner Partnerin Sophie Sieg erneut in den USA und absolvierte ein Abendstudium. Nach der Rückkehr nach Berlin arbeitete Sieg als freier Autor und schrieb u.a. Artikel für die von Adam Kuckhoff geleitete Zeitung „Die Tat“. 1929 trat er in die KPD ein und arbeitete für die KPD-Zeitung „Die Rote Fahne“ als Redakteur für den Feuilleton. Hier lernte er Wilhelm Guddorf kennen. Nach der Machtübernahme wurde die Rote Fahne verboten, John Sieg verlor daraufhin offiziell seine Anstellung. Trotz des Verbots erschien die Rote Fahne noch einige Zeit weiter, woran auch John Sieg seinen Anteil hatte. Von März-Juni 1933 wurde er erstmals verhaftet. Nach seiner Entlassung zogen John und Sophie Sieg innerhalb Berlins in einen anderen Bezirk und betätigten sich im kommunistischen Widerstand. Seit Mitte der 1930er Jahre hatte er wieder enge Kontakte zu Adam Kuckhoff, aber auch Arvid Harnack. 1937 fand John Sieg eine neue Anstellung bei der Reichsbahn und nutzte seine Tätigkeit für Widerstandshandlungen, so unter anderem zum Kontaktaufbau zu anderen Widerstandsgruppen auch außerhalb Berlins. Über seine Frau Sophie und Eva-Maria Buch fand John den Kontakt zu seinem ehemaligen Arbeitskollegen bei der Roten Fahne, Wilhelm Guddorf wieder. Gemeinsam gaben sie Flugblätter und die illegale Zeitung „Die innere Front“ heraus. Nach seiner Verhaftung am 11. Oktober 1942 in Berlin wurde er massiv gefoltert und nahm sich vier tage später das Leben, um niemanden zu verraten.
