Sophie Sieg

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Sophie Sieg, geb. Wloszcynski wurde am 14. Mai 1893 in Flatow im damaligen Westpreußen (heute Polen) geboren und zog 1911 nach Berlin, wo sie als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei arbeitete. 1923 lernte sie ihren späteren Ehemann John Sieg kennen. Gemeinsam lebten sie bis 1928 in den USA. Hier arbeitete Sophie Sieg als Sekretärin bei dem Dirigenten des Detroiter Orchesters. Durch die Beobachtung der sozialen Not in Detroit im Zuge der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise wurde Sophies politisches Bewusstsein geprägt. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin 1928 engagierte sich Sophie in der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH), und der Roten Hilfe Deutschland (RHD). 1930 trat sie zusammen mit John der KPD bei. Sie arbeitete wieder in der vorherigen Rechtsanwaltskanzlei, bis ihr Chef sie 1938 aufgrund der deutschen „Rassengesetze“ und seiner jüdischen Herkunft aufgeben musste. Anschließend arbeitete Sophie in einem Betrieb in Charlottenburg. Bis 1933 lebten die Siegs in Reinickendorf. Nach der Machtübertragung engagierten sie sich im Widerstand gegen die Nazis. John Sieg wurde kurz darauf erstmals verhaftet, woraufhin sie 1933 nach Neukölln zogen. Er erhielt aufgrund seiner Haftstrafe keine Arbeit und intensivierte seine Widerstandstätigkeiten. Sophie Sieg unterstützte ihn maßgeblich – zum einen war sie die Versorgerin der Familie – zum anderen leistete sie Übersetzungsarbeiten und Kuriertätigkeiten. Sie war eine Schnittstelle in der Nachrichtenübermittlung. Aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit am anderen Ende der Stadt konnte sie sich unauffällig in der Stadt bewegen. Mehrfach fanden illegale Treffen in der Wohnung der Siegs in Neukölln statt. Urlaubsreisen nutzte das Paar 1937 und 1939, um illegales Material und Geld nach Berlin zu bringen. Sophie nahm auch an mehreren illegalen Zusammenkünften teil und hatte unter anderem Verbindungen zu Adam und Greta Kuckhoff. 1940 stellte sie über Eva-Maria Buch den Kontakt zwischen John Sieg und Wilhelm Guddorf wieder her. Zusammen stellten die Paare die „Innere Front“, eine illegale KPD-Schrift, her. John und Wilhelm schrieben Artikel, die Eva und Sophie, abtippten, ins Französische und Polnische übersetzten und unter ausländischen Zwangsarbeitenden verbreiteten. Im Zuge der Aufdeckung des Widerstandsnetzwerkes Roten Kapelle wurde auch Sophie am 12. Oktober 1942 verhaftet und zunächst in das Polizeigefängnis am Alexanderplatz gebracht. Dort wurde sie mehrfach verhört und wohl auch misshandelt. Sie wurde vor allem zu Johns Verbindungen befragt und nicht zu ihrer eigenen Tätigkeit. Sie konnte glaubhaft machen, nichts zu wissen. Nach dem Selbstmord ihres Mannes interessierte die Gestapo sich nicht mehr für Sophie Sieg. Im Juni 1943 wurde sie ohne Prozess im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück verbracht und dort bis zur Befreiung des Lagers Ende April 1945 festgehalten. Hier sah sie Elli Fuchs wieder, die sie vermutlich schon aus Neukölln und dem Widerstand kannte.  Auch dort leistete sie Widerstand. Auf einem Transport von Ravensbrück nach Bergen-Belsen Ende April 1945 gelang ihr die Flucht. Unmittelbar nach der Befreiung kehrte sie nach Neukölln zurück und arbeitete bis 1946 im Volksbildungsamt in Neukölln. Ab 1949 lebte sie in Oberschöneweide in Ost-Berlin und war zuletzt Leiterin der Bibliothek im Ministerium für Verkehrswesen der DDR. Sie starb am 13. Mai 1987 in Ost-Berlin.

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Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
14. Mai 1893 +
13. Mai 1987 +
1930 +, 1940 +  und 12. Oktober 1942 +