Keine Verbrennungen im Mai
Im Mai 1933 sollten sich auch die württembergischen Studentenschaften an den geplanten Bücherverbrennungen beteiligen. Auch in Tübingen und Stuttgart wurden entsprechende Vorbereitungen getroffen. Gerhard Schumann untersagte kurzfristig die offizielle Teilnahme der Studentenschaft an den Verbrennungen in den württembergischen Universitätsstädten. Schumann war Landesführer des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) und Kommissar für die württembergischen Studentenschaften im Kultusministerium. Aufgrund seiner Untersagung wurden die geplanten Aktionen in Tübingen, Stuttgart und Singen gestoppt. Die Kritik Schumanns richtete sich dabei nicht gegen die Ausgrenzung und Zerstörung unerwünschter Literatur durch die Nationalsozialisten, sondern gegen die Verbrennungen als Akt öffentlicher Inszenierung. Er kritisierte also die Art der Zerstörung, stellte aber nicht infrage, ob Literatur überhaupt zerstört werden darf.
