Protest für die freie Buchwahl
Auch in den Gefängnissen gab es Bibliotheken, in denen sich Häftlinge Bücher nach Wahl ausleihen konnten. Im Frauengefängnis Barnimstraße in Berlin gab die Oberlehrerin, der die Bibliothek unterstand, die Bücher nach dem Alphabet an die Gefangenen aus. Dies änderte sich 1936, nachdem die Gefangene Hertha Block den Dienst als Bibliothekskalfaktorin, als Häftling im Bibliotheksdienst, antrat. In geheimen Kassibern informierte sie andere Gefangene über die Möglichkeit der freien Buchauswahl, die diese dann auch einforderten. In manchen Büchern aus der Gefängnisbibliothek fanden sich antifaschistische Inschriften von Häftlingen. Auch die stellvertretende Gefängnisleiterin Ilse Ringk stellte Häftlingen Bücher aus ihrer eigenen umfangreichen Bibliothek zur Verfügung, darunter Schriften in französischer und englischer Sprache. Für den Häftling Erich Hanke, der in einem Arbeitskommando in der Barnimstraße tätig war, besorgte sie auch eine französische Zeitung.
