Schreiben im Exil

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Etwa 450 Zeitschriften erschienen zwischen 1933 und 1945 im Exil, und zahlreiche Verlage wurden gegründet, um die Werke der verfolgten deutschen Schriftsteller:innen zu veröffentlichen. Das Schreiben im Exil war für sie Widerstand und sicherte manchmal auch ihre Existenz. Die finanziellen Umstände für Verlage und Zeitschriften waren allerdings schwer, und vielen Autor:innen reichte es nicht zum Leben. Die Presselandschaft des Exils zeichnete in den Untertiteln und Gründungserklärungen der Zeitschriften ein widerständiges Bild. „Der Gegen-Angriff“ bezeichnete sich als „Antifaschistische Wochenschrift“, und auch „Die Einheitsfront“ trug den Untertitel „Antifaschistische Österreichische Zeitschrift“. Die Zeitung „Aktion“ bezeichnete sich als „Zeitschrift zum Kampf gegen jede Diktatur“. Andere Zeitschriften stellten vermeintlich Kultur und Literatur in ihren Mittelpunkt, veröffentlichten aber die Artikel namhafter Kritiker:innen des Nationalsozialismus. Die Zeitschrift „Neue Deutsche Blätter“ nannte sich „Monatsschrift für Literatur und Kritik“; ihre redaktionelle Zielsetzung fasste sie in der 1. Ausgabe des ersten Jahrgangs wie folgt zusammen: „Wer schreibt, handelt. Die „Neuen Deutschen Blätter“ wollen ihre Mitarbeiter zu gemeinsamen Handlungen zusammenfassen und die Leser im gleichen Sinn aktivieren. Sie wollen mit den Mitteln des dichterischen und kritischen Wortes den Faschismus bekämpfen.“ Die Zeitschriften dienten aber auch der Vernetzung, dem Austausch und der Diskussion. Mit ihren Texten erhoben die Schriftsteller:innen Anspruch auf jenes Deutschland, das die Nationalsozialisten vernichten wollten. Sie wehrten sich gegen Lügen und sie wollten sich ihrer Stimme nicht berauben lassen. Neben den Zeitschriften bildeten die Exilverlage einen weiteren Weg, ihre Werke zu veröffentlichen. Zwischen 1933 und 1940 entstanden sie hauptsächlich in Europa. Nachdem sich die Nationalsozialisten immer weiter ausbreiteten, mussten viele von ihnen ihre Arbeit einstellen. In den USA gab es nur vereinzelt Bemühungen, deutsche Literatur zu publizieren. Zu den bekanntesten Exilverlagen gehören der „Querido Verlag“ und der „Verlag Allert de Lange“ aus Amsterdam. In Mexiko-Stadt gründete sich 1942 der Verlag „El Libro Libre“, und in den USA zählte der „Aurora Verlag“ zu den bekannteren. Er wurde 1944 unter anderem von Wieland Herzfelde gegründet, der in Berlin den Malik Verlag gegründet hatte. Diesen rettete Herzfelde über Prag und London ins Exil, wo er als Imprint des Aurora Verlag überlebte. Der Malik Verlag und auch der Graphia Verlag, offizieller Verlag der Exil-SPD, schmuggelten große Mengen Literatur, Flugblätter und Tarnschriften zurück nach Deutschland.

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