Von Drinnen nach Draußen

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Die Rettung von Schriften umfasste nicht nur bereits gedruckte Bücher, sondern auch die Manuskripte der Werke. Besondere Bedeutung kommt hier den Berichten direkt aus dem nationalsozialistischem Deutschland zu. Sie boten noch während des Nationalsozialismus, aber auch darüber hinaus, einen Blick von innen auf die Verbrechen der Nationalsozialisten. Die Entstehung dieser Manuskripte und die Rettung ins Ausland fanden unter schwierigen Bedingungen statt. Das Buch „Unsere Straße“ von Jan Petersen (geb. als Hans Schwalm) ist eines der wenigen antifaschistischen Bücher, die im nationalsozialistischen Deutschland selbst entstanden. Es schildert tagebuchartig die Ereignisse in der Berlin-Charlottenburger Wallstraße aus einer widerständigen Perspektive. Trotz dieses regionalen Bezugs versteht sich das Buch als beispielhafte Chronik für viele Arbeiterviertel in Deutschland. In seinem Vorwort schildert Petersen sehr detailliert die schwierigen Bedingungen der Entstehung des Buches. „Die Arbeit an dem Buch […] musste häufig unterbrochen werden. Oft, weil Kameraden, mit denen ich eng zusammenarbeitete, verhaftet wurden, und auch, weil die Gestapo zweimal meinen Namen notiert hatte und man dann jedes Mal abwarten musste, was kommen würde. Im Herbst 1934 hatte er das Manuskript in drei Exemplaren fertiggestellt. Zwei davon wurden wasserdicht verpackt an verschiedenen Plätzen vergraben, ein weiteres wurde mithilfe illegaler Verbindungen nach Hamburg gesandt. Von dort sollte es nach England gehen, was aber nicht gelang. Eines der vergrabenen Exemplare ging in Dresden verloren. Zu Weihnachten 1934 brachte er das verbliebene Exemplar selbst über die Grenze in die Tschechoslowakei - das Manuskript, in zwei Kuchen eingebacken, im Rucksack. Jan Petersen war aktiver Widerstandskämpfer und von 1931 bis 1935 der organisatorische Leiter des „Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ in Berlin. Er erregte auf dem „Internationalen Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur“ 1935 in Paris großes Aufsehen, weil er als illegal angereister Delegierter maskiert auftrat. Petersen blieb in Paris im Exil. Ein weiteres Mitglied des „Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“, allerdings in Hamburg, war Willi Bredel. Er wurde zwei Tage nach dem Reichstagsbrand verhaftet und in das Konzentrationslager Fuhlsbüttel gebracht. Anders als Petersen schrieb Bredel seine Erlebnisse aus dem Konzentrationslager nicht mehr in Deutschland auf, sondern rettete sich mit seinem Gedächtnis nach Prag. Dort brachte er die Ereignisse seiner Zeit in Fuhlsbüttel zu Papier. „Im Konzentrationslager, in Wochen und Monaten der Einzelhaft konzipiert und im Kopf geschrieben, gelangte dieses Buch als geistige Konterbande mit hinaus in die Freiheit“, teilte Bredel in einer Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe der „Prüfung“ mit.


Freundeskreis Exil Privat Gefängnis-Lager

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Verbundene PersonenA person known by this person (indicating some level of reciprocated interaction between the parties).
1934 +, 1935 +  und 2. März 1933 +