Von der Bibliothek zur Frauenfront

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Die antifeministische Politik der NSDAP wurde von allen Gruppen der Frauenbewegung stark kritisiert. Neben der SPD und der KPD war es in Hamburg besonders der Stadtbund Hamburger Frauenvereine, der in der NSDAP eine Gefahr für die Rechte von Frauen sah. Gemeinsam mit der SPD gründete der Stadtbund 1932 die Hamburger Frauenfront. In ihr waren hauptsächlich bürgerliche und sozialdemokratische Frauen vertreten, Kommunistinnen fehlten weitestgehend. Neben dem Druck von Flugblättern und Plakaten führte die antifaschistische Frauenfront zahlreiche Großveranstaltungen durch, um Frauen über die Gefahren des Nationalsozialismus aufzuklären und sie zur Wahl zu bewegen. Eine der maßgeblichen Initiatorinnen war die Juristin und Bibliothekarin Magdalene Schoch. Sie war die erste habilitierte Rechtswissenschaftlerin in Deutschland. 1920 ging sie nach ihrer Würzburger Promotion an die Universität Hamburg. Direkt nach der Gründung der Amerika-Bibliothek als Spezialbibliothek für amerikanisches Recht und politische Wissenschaft übernahm Schoch 1930 deren Leitung. Nach der Machtübernahme weigerte sich Schoch, den Hitlergruß zu zeigen, und verzichtete nicht auf das Zitieren jüdischer Gelehrter. Im September 1933 wurde sie in den Ruhestand versetzt und ging 1934 vorübergehend nach England und Amerika, noch mit der Hoffnung, dass sich das nationalsozialistische Regime demokratisieren würde. 1935 kehrte sie nach Deutschland zurück. Nach ihrer Weigerung, 1936 in die NSDAP einzutreten, ging sie 1937 endgültig ins Exil in die USA. Für einen offenen Gang in den Widerstand sah sie sich selbst nicht als mutig genug an. Ihr Handeln zeigt aber, dass noch Gesten des Widerstandes möglich waren.

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