Zivilgesellschaftliche Initiativen
Über 160 Bücherverbrennungen gab es 1933 durch die Nationalsozialisten. An ca. 20 Prozent der Orte gibt es vor Ort eine physische Erinnerung. Diese Mahnmale oder Gedenkorte sind weitestgehend auf zivilgesellschaftliche Initiativen zurückzuführen. Ein frühes Beispiel ist das Mahnmal an die Bücherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer in Hamburg. Initiiert von einer lokalen Gruppe aktiver Bürger:innen, darunter einige Holocaustüberlebende, ist es das älteste Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen. Angelegt als Bühne, finden auf dem Mahnmal seit über 40 Jahren jährliche Lesungen aus verbrannten Büchern statt. Diesem Mahnmal folgten viele weitere, wie zum Beispiel in Bonn und Erfurt. Aber nicht nur Mahnmale erinnern vor Ort. Viele Initiativen, verteilt über ganz Deutschland, lesen Jahr für Jahr an den Orten der Verbrennungen aus den verbrannten Büchern. Daneben gibt es aber auch einzelne Akteure wie zum Beispiel Wolfram P. Kastner der einige Orte mit schwarzen Brandflecken markierte. Unter anderem auf seine Initiative geht die kürzlich eingeweihte Gedenkplatte in München zurück. Neben der physischen Erinnerung gab es in den letzten Jahren immer wieder Projekte, die im digitalen Raum an die Bücherverbrennungen und die verfolgten Autor:innen erinnern.
