Warnung als Rettung

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Warnungen konnten nicht nur die verfemten Bücher retten, sondern oft retteten sie die Autor:innen eben dieser Bücher. Walter Mehring, dessen Werke in ganz Deutschland auf den Scheiterhaufen verbrannt wurden, wurde 1933 von einem ­ Freund, der im Auswärtigen Amt arbeitete, gewarnt. Der Freund empfahl Mehrings Mutter, dass ihr Sohn nach Paris gehen sollte, für „in etwa 15 Jahre“. Walter Mehring warnte sogleich Bertolt Brecht und Carl von Ossietzky, letzterer aber wollte Deutschland nicht verlassen und wurde einen Tag später dann verhaftet. Bertolt Brecht aber floh umgehend mit Helene Weigel nach Österreich. Mehring selber wollte, bevor er Deutschland verließ, noch an einer Veranstaltung teilnehmen. Dort angekommen, warnte ihn die Schriftstellerin Mascha Kalèko vor der Hilfspolizei, die mit einem Haftbefehl auf Mehring wartete. Noch am selben Tag setzte sich Mehring in den Abendzug nach Paris. Aber nicht nur die Namhaften warnten sich gegenseitig. Oft waren es die Nachbar:innen, die rechtzeitig vor den Nationalsozialisten warnten oder durch Falschaussagen die Verfolgten schützten. Alexander Stenbock-Fermor, der "Rote Graf", kam kurz nach der Machtübernahme von einer Reise zurück nach Berlin und fand in der Wohnung des bereits in die Schweiz geflohenen kommunistischen Journalisten Heinrich Kurella in der Künstlerkolonie am Laubenheimer Platz Unterkunft. Bei der großen Razzia durch die SA am 15. März 1933 schützte ihn seine Wirtin, indem sie behauptete, er sei ein durchreisender Verwandter. Sie versteckte ihn auch weiterhin. Wenig später, im April, wurde er von einer früheren Freundin, mittlerweile bekennende Nationalsozialistin und in einer politischen Polizeidienststelle tätig, erneut vor einer drohenden Verhaftung gewarnt.

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