Kategorie:Widerstand Heute
Was diese Ausstellung erzählt, klingt nach Geschichte, ist aber auch Gegenwart. Der Versuch zu kontrollieren, welche Bücher gelesen werden, welche Themen erlaubt sind und welche Stimmen Gehör finden, ist nicht mit dem Nationalsozialismus verschwunden. Er hat heute andere Gesichter, andere Strategien und Formen, andere Bühnen. In Frankfurt und Leipzig konfrontieren Proteste die immer stärker werdende Präsenz von rechten Verlagen auf den Buchmessen und schaffen es dadurch, den Rechten diesen Raum zu nehmen. In Halle setzt das WIR-Festival ein breites Gegengewicht zu einer rechten Buchmesse. In den Vereinigten Staaten werden in zahlreichen Bundesstaaten Bücher aus Schulbibliotheken verbannt, weil sie von queerem Leben erzählen oder die Geschichte des Rassismus nicht verschweigen, auch hier formiert sich breiter Widerstand. Das Kollektiv IFS Dichtmachen recherchiert zum Institut für Staatspolitik und macht öffentlich, wie rechte Denkfabriken kulturelle Diskurse zu prägen versuchen. Diese Beispiele zeigen, dass Widerstand möglich ist und stattfindet. Sie zeigen aber auch, dass er dringend gebraucht wird, bevor es zu spät ist. Niemand muss warten, bis ein historischer Moment es verlangt. Es genügt, hinzuschauen, nachzufragen, sich einzumischen, mitzumachen. Die Menschen in dieser Ausstellung waren keine Held:innen. Sie haben sich entschieden. Diese Entscheidung steht auch heute offen.
Seiten in der Kategorie „Widerstand Heute“
Folgende 4 Seiten sind in dieser Kategorie, von 4 insgesamt.
