Lotte Schleif

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Lotte Schleif wurde am 4. Juli 1903 in Lichterfelde (damals noch nicht Berlin) geboren. Sie stammte aus einer bürgerlichen Familie und absolvierte von 1921 bis 1925 die Ausbildung zur Bibliothekarin in Berlin an verschiedenen Bibliotheken, darunter der Staatsbibliothek Berlin. Nach dem Ende ihrer Ausbildung arbeitete sie zunächst an der Stadtbibliothek in Stralsund und in der Freien öffentlichen Landesbücherei in Gera. Von 1930 bis 1933 arbeitete sie in der Stadtbibliothek Neukölln in Berlin unter der Leitung von Helene Nathan. Elli Fuchs war eine Kollegin von ihr. Bis zu ihrer Verhaftung 1942 arbeitete sie weiter als Bibliothekarin, zuletzt in der Volksbibliothek Prenzlauer Berg, die sie ab 1937 auch leitete. 1939 wurde sie zur Beamtin auf Lebenszeit ernannt. Nach der Machtübernahme leistete Schleif Widerstand für die KPD und gehörte zum Kreis um John und Sophie Sieg in Neukölln. Sie übermittelte geheime Informationen und Nachrichten, war an der Herstellung Verbreitung von illegalen Schriften beteiligt und unterstützte Verfolgte bei der Flucht. Mehrfach brachte sie Personen an die deutsch-tschechische Grenze und stellte ihre Wohnung in Berlin für geheime Treffen und als Versteck zur Verfügung. Ihre berufliche Tätigkeit diente ihr dabei als Tarnung. Außerdem waren zwei ihrer Brüder Mitglieder der NSDAP. Verbindungen hatte sie ab 1939 auch zu Harro und Libertas Schulze-Boysen sowie Kurt und Elisabeth Schumacher und vermittelte Ihnen Kontakte zu Heinrich Scheel und Hans Coppi. Nach dem Aufdecken des Widerstandsnetzwerkes Rote Kapelle, zu dem auch Schleif gehörte, wurde sie Mitte September 1942 an ihrem Arbeitsplatz verhaftet. Im anschließenden Prozess wurde sie zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, die sie im dem Frauengefängnissen Berlin-Charlottenburg, Cottbus, Jauer und Leipzig verbrachte. Im Gefängnis Leipzig-Kleinmeusdorf wurde sie Mitte April 1945 befreit. Im November 1945 heiratete sie Rudolf Bergtel, den sie in der NS-Zeit auch bei sich versteckt hatte. Nach Kriegsende arbeitete Schleif zunächst als Referentin für den Wiederaufbau der Volks- und Betriebsbücherein in der Abteilung Volksbildung des Berliner Magistrats Von 1946 bis 1947 arbeitete sie wieder in der Stadtbibliothek Neukölln, die sie zeitweise auch leitete. Im Juni 1947 erhielt sie den Auftrag, die Berliner Büchereischule in Ost-Berlin aufzubauen, die sie auch leitete. In mehreren Artikeln setzte sich Schleif mit der Rolle und Wirksamkeit von Bibliothekar:innen in der NS-Zeit auseinander. Als Leiterin der Neuköllner Stadtbibliothek schrieb sie in der Zeitung „Für dich“ 1947: Von den Erfahrungen aus der NS-Zeit war sie schwer gezeichnet. 1955 musste sie aufgrund ihres Gesundheitszustandes in Rente gehen. Sie starb am 26. Februar 1965 in Berlin.

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4. Juli 1903 +
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26. Februar 1965 +